Warum das hier nicht für immer allein geht.
Ein Betriebssystem ist kein Programm, das man einmal fertigstellt und dann liegen lässt. Es muss gepflegt werden, solange jemand es benutzt – jahrelang, jeden Monat. Das kann ein einzelner Mensch eine Weile leisten. Auf Dauer nicht.
Die Frage, die sonst niemand stellt
Heute lautet die ehrliche Antwort: nichts geht weiter. Es gibt niemanden, der den Quelltext kennt. Keine zweite Person, die eine Sicherheitslücke schließen könnte. Kein Unternehmen, das die Verantwortung übernimmt.
Solange Aerona Forschung ist und niemand es einsetzt, ist das verkraftbar. In dem Moment, in dem jemand sein Gerät darauf laufen lässt, ist es fahrlässig. Wer ein System ausliefert, übernimmt eine Verpflichtung, die länger reicht als die eigene Laune.
Deshalb ist das Unternehmen keine Wachstumsidee, sondern eine Bedingung: Ohne mehr als einen Menschen darf AetherOS nicht auf fremde Rechner.
Vier Dinge, die allein nicht gehen
Sicherheitslücken warten nicht
Wird eine Lücke bekannt, zählen Tage, nicht Monate. Ein Einzelner, der im Urlaub oder krank ist, kann das nicht zusagen. Auf der Sicherheitsseite stehen drei Punkte offen – genau deshalb.
Geräte ändern sich ständig
Neue Grafikkarten, neue Netzwerkchips, neue Bildschirmformate. Ein Betriebssystem muss all das erkennen. Das ist Arbeit, die nie aufhört und sich nicht aufschieben lässt.
Es gibt rechtliche Pflichten
Wer Software an andere weitergibt, haftet dafür. Datenschutz, Gewährleistung, Barrierefreiheit – das sind keine Kleinigkeiten, die man nebenbei erledigt.
Ein Mensch ist ein einziger Ausfallpunkt
Krankheit, ein anderer Lebensweg, im schlimmsten Fall mehr. Ein Projekt, an dem alles an einer Person hängt, ist kein Versprechen, das man anderen geben darf.
Was sich nicht ändern darf
Bleibt so
- Alles wird hier gebaut, nichts zugekauft
- Daten bleiben auf dem Gerät
- Jede Funktion bleibt kostenlos
- Die Arbeit bleibt offen einsehbar, auch das Misslungene
Die Gefahr dabei
- Wer Geld gibt, will Rendite
- Der schnellste Weg dahin sind Nutzerdaten
- Genau daran ist schon vieles gescheitert, das gut anfing
Wie groß soll das werden?
So groß wie die, an denen ich mich störe. Das ist eine steile Ansage von jemandem, der allein an einem Schreibtisch sitzt – deshalb steht der Abstand hier gleich daneben.
Der Abstand ist keine Übertreibung, sondern der Punkt. Wer ein Ökosystem bauen will, das mit den großen mithalten soll, kann nicht so tun, als wäre er schon da. Heute läuft AetherOS auf keinem fremden Rechner, es gibt keine Nutzer, keine Mitarbeiter und keinen Umsatz.
Was mich trotzdem weitermachen lässt: Die drei da oben haben alle in einer Garage angefangen, zu zweit oder zu dritt. Und das System, auf dem heute fast jeder Server und jedes Android-Gerät läuft, hat 1991 ein Student allein begonnen – er schrieb damals selbst dazu, es werde wohl nichts Großes und Professionelles.
Das beweist nichts. Es zeigt nur, dass die Größe am Anfang nichts darüber sagt, wo etwas endet. Ich weiß nicht, ob Aerona jemals dorthin kommt. Ich weiß nur, dass ich es nicht herausfinde, wenn ich es nicht versuche.
Wann es so weit ist
Es gibt kein Datum. Zuerst muss etwas da sein, das ein Unternehmen überhaupt tragen könnte – ein System, das läuft, und Menschen, die es benutzen wollen. Beides gibt es noch nicht.
Bis dahin bleibt es, wie es ist: ein Mensch, ein Projekt, alles offen nachlesbar. Wenn sich daran etwas ändert, steht es hier – am selben Tag, nicht Monate später.