AetherOS und die zehn Apps werden noch gebaut. Zu haben ist noch nichts – Start geplant für Sommer 2027. Was noch kommt
Sicherheit

Was abgesichert ist – und was nicht

Ein eigenes Betriebssystem zu bauen heißt auch, für seine Sicherheit geradezustehen. Auf dieser Seite steht beides: die zehn Punkte, die wir abgestellt haben, und die drei, die noch offen sind. Die meisten Anbieter zeigen nur die erste Hälfte.

10 behoben
3 noch offen
21.07.2026 Stand der Prüfung
AetherOS ist Forschung und wird nicht ausgeliefert. Es läuft auf keinem fremden Rechner. Deshalb können die offenen Punkte hier offen stehen – sie gefährden niemanden. Bevor das System irgendwann an andere geht, müssen sie zu sein. Bis dahin steht hier ehrlich, wo es hakt.

Was wir abgestellt haben

Die Kette, um die es ging: Eine fremde Webseite im eingebauten Browser hätte über die Programm-Brücke Systembefehle auslösen können. Diese Kette ist an jedem Glied unterbrochen.

In der Oberfläche

Fremde Webseiten kommen nicht mehr ans System

Der eingebaute Browser kann fremde Seiten anzeigen. Die haben jetzt keinerlei Zugriff mehr auf Dateien, Zwischenablage oder Systembefehle – nur noch die eigenen Aerona-Seiten dürfen das.

IPC-Zero-Trust in preload.js
Eingaben können keine Befehle mehr auslösen

Beim Beenden von Programmen oder Sperren von Adressen wird nichts mehr an eine Kommandozeile weitergereicht. Jede Eingabe wird vorher geprüft.

execFile statt Shell in main-ipc-network.js
Neue Fenster starten ohne Sonderrechte

Öffnet eine Seite ein Pop-up, bekommt dieses Fenster keine erweiterten Rechte mehr. Und das Hauptfenster kann nicht mehr von der eigenen App weg navigieren.

setWindowOpenHandler und will-navigate in main.js
Der Rechner rechnet nur noch Zahlen

Vorher konnte man theoretisch Code statt einer Rechnung eingeben. Jetzt wird jede Eingabe gegen eine feste Liste erlaubter Zeichen geprüft.

eval abgesichert in den Desktop-Erweiterungen
Gespeicherte Texte können keinen Code mehr einschleusen

Suchverlauf, Adressen aus dem Netz und Suchanfragen werden entschärft, bevor sie angezeigt werden.

aetherEscapeHtml in security-escape.js

Im Linux-Unterbau

Die Bildschirmausgabe gehört nur dem angemeldeten Benutzer

Kein anderer Benutzer auf dem Rechner kann den X-Server mitbenutzen.

allowed_users=console
Von außen kommt nichts rein

Die Firewall lehnt eingehende Verbindungen grundsätzlich ab, statt sie grundsätzlich zu erlauben.

nftables mit Default-Deny
Kein offenes Administrator-Konto

Im Live-System ist root gesperrt. Wer AetherOS installiert, vergibt ein echtes Passwort.

passwd -l
Der Installer lässt keine Hintertür zurück

Nach der Installation werden die Installer-Skripte und ihre Sonderrechte gelöscht. Auf einem Firmen-PC gibt es damit keinen Weg, über den Installer an Administratorrechte zu kommen.

NOPASSWD-Eintrag entfernt, mit visudo -c geprüft
Der Installer überschreibt nie das falsche Laufwerk

Das Ziel-Laufwerk wird streng geprüft. Das Boot- oder USB-Medium wird auch im automatischen Modus niemals überschrieben.

Regex- und Blockgerät-Prüfung, Hostname RFC-validiert

Was noch offen ist

Diese drei Punkte sind bekannt und nicht behoben. Wir schreiben sie hin, weil eine Sicherheitsseite ohne die offenen Punkte nichts wert ist.

Die Same-Origin-Sperre ist im Browser gelockert

Damit der eingebaute Browser Google, Bing oder Wikipedia in einem Rahmen anzeigen kann, ist eine Schutzregel des Browsers abgeschaltet. Seit fremde Seiten keinerlei Systemzugriff mehr haben, ist das kein Weg mehr zu höheren Rechten – aber sauber ist es nicht.

Geplant: Fremdinhalte in ein eigenes, abgeschottetes Fenster auslagern, dann die Regel wieder einschalten und eine eigene Inhaltsrichtlinie setzen.
webSecurity: false in main.js
Die Chrome-Sandbox ist noch abgeschaltet

Die zusätzliche Abschottung des Browsers ist im Startskript deaktiviert. Die nötige Berechtigung wird beim Bauen bereits gesetzt – das Einschalten muss aber einmal auf echter Hardware getestet werden, sonst startet das System im Zweifel gar nicht.

Geplant: Test auf echter Hardware, danach dauerhaft an.
--no-sandbox in xinitrc
Der Bootloader hat kein Passwort

Wer physisch am Rechner sitzt, kann beim Start die Boot-Einstellungen ändern. Ein Passwort dafür gehört pro Auslieferung vergeben und nicht in den Quellcode.

Geplant: Bei der Auslieferung vergeben.
GRUB-Superuser-Passwort