Spiele, die einfach nur Spiele sind.
Mühle, Solitär, Dame, das Ärgerspiel mit den vier Figuren. Spiele, die jeder kennt, die keine Anleitung brauchen und die seit hundert Jahren oder länger funktionieren. Man holt sie sich heute aus einem Laden und bekommt Werbung zwischen den Zügen, ein Konto obendrauf und eine Anwendung, die dreihundert Megabyte wiegt.
Aerona will diese Spiele so bauen, wie sie eigentlich sind: aufmachen, spielen, zumachen. Ohne Netz, ohne Konto, ohne dass jemand mitzählt, wie oft man verliert. Sie gehören zu AetherOS und kommen mit dem Betriebssystem — nicht aus einem Laden.
Was aus einem Kartenspiel geworden ist
Sucht man heute eines dieser Spiele, findet man hundert davon. Fast alle sind kostenlos. Bezahlt wird trotzdem — nur nicht mit Geld.
Ein Zug, ein Werbefilm. Bei manchen Spielen dauert die Unterbrechung länger als der Spielzug davor. Wer sie wegklickt, klickt oft daneben und landet in einem Laden.
Ein Spiel, das seit dem römischen Reich ohne Anmeldung auskommt, will eine E-Mail-Adresse. Nicht, um zu spielen — um zu wissen, wer spielt.
Zweiundfünfzig Karten und ein paar Regeln. Der Rest sind Werbebausteine, Zählwerke und Bildchen, die niemand angefordert hat.
Das Spiel wird eingestellt, der Laden nimmt es aus dem Angebot, und das gespeicherte Spiel liegt auf einem Server, den es nicht mehr gibt. Was auf dem eigenen Gerät liegt, hat dieses Problem nicht.
Ein Spiel, das man in einer Wartezeit von drei Minuten spielt, sollte nicht erst dreißig Sekunden Werbung zeigen.
Achtundfünfzig Spiele, die jeder kennt
Keine Neuerfindungen. Alles hier ist alt, erprobt und in fünf Sätzen erklärt. Die Reihenfolge sagt nichts darüber, was zuerst gebaut wird.
Mit Karten
- SolitärAllein, Geduld, tausendmal gespielt
- Mau-MauZwei bis vier, in zwei Minuten erklärt
- SchwimmenDrei Karten, drei Leben
- RomméSammeln und ablegen
- ZahlenreihenZahlenfolgen legen, Karten loswerden
- KriegHöhere Karte gewinnt, sonst nichts
- SchnapsenZu zweit, mit Stichen
- FreizelleGeduldsspiel, bei dem fast jede Runde lösbar ist
- SpinneGeduldsspiel mit acht Reihen, in drei Schwierigkeiten
- PyramidePaare abräumen, bis der Berg weg ist
- Schwarzer PeterWer die letzte Karte hält, hat verloren
- HerzelnStiche vermeiden statt sammeln
- SkatZu dritt, mit Reizen — das anspruchsvollste hier
- QuartettVier Gleiche sammeln, nach Karten fragen
Auf dem Brett
- ÄrgerspielVier Figuren, ein Würfel, viel Schadenfreude
- MühleNeun Steine, älter als das Schachbrett
- DameSchräg schlagen, hinten wird man Dame
- SchachMit Gegner im Rechner, in mehreren Stärken
- BackgammonWürfel und Wege, fünftausend Jahre alt
- HalmaSpringen, bis alle drüben sind
- Vier in einer ReiheEinwerfen, vier in einer Reihe
- GoZwei Regeln, ein Leben lang
- ReversiSteine umdrehen, bis das Brett kippt
- Drei gewinntNeun Felder, in einer Minute erklärt
- Fünf in einer ReiheWie das kleine, nur auf großem Brett
- Fuchs und GänseEiner gegen viele, ungleich und trotzdem fair
- LeiterspielWürfeln, klettern, rutschen — reines Glück
- NimHölzchen wegnehmen, wer das letzte zieht, verliert
- SteckhalmaAllein überspringen, bis einer übrig bleibt
Mit Zettel und Kopf
- SudokuNeun mal neun, fünf Schwierigkeiten
- KreuzworträtselIn allen Sprachen, die Aerona kann
- MinensucherFelder aufdecken, Zahlen deuten
- Schiffe versenkenRaten, treffen, nachdenken
- GalgenmännchenBuchstaben raten, Wörter aus dem Wörterbuch
- WortsucheWörter im Buchstabengitter
- NonogrammAus Zahlen wird ein Bild
- Stadt, Land, FlussEin Buchstabe, sechs Spalten, wenig Zeit
- KäsekästchenStriche ziehen, Kästchen einsammeln
- KakuroWie ein Kreuzworträtsel, nur mit Summen
- SchiebepuzzleFünfzehn Steine, ein freies Feld
- Türme von HanoiDrei Stäbe, eine einzige Regel
- FarbenratenVier Farben erraten, zehn Versuche
- AnagrammeBuchstaben mischen, Wörter finden
Zum Merken
- MerkspielPaare aufdecken, allein oder zu zweit am selben Gerät
- FarbfolgeDie Folge wird jede Runde um eine Farbe länger
- ZahlenfolgeZiffern kurz sehen, dann eingeben — auch rückwärts
- Kim-SpielDinge anschauen, dann sagen, welches fehlt
- Koffer packenJede Runde wiederholen und eines anhängen
- Wo war wasSich merken, an welcher Stelle etwas lag
- Unterschiede findenZwei Bilder, ein paar Abweichungen
- Wörter merkenEine Liste lesen, danach aufzählen
Mit Würfeln
- WürfelblockFünf Würfel, dreizehn Felder
- MäxchenLügen erlaubt, Erwischtwerden nicht
- ZehntausendWeiterwürfeln oder aufhören
- KlappbrettZahlen umlegen, bis nichts mehr passt
- SchockenDrei Würfel, drei Runden, feste Rangfolge
- ChicagoElf Runden, in jeder zählt eine andere Augenzahl
- PaschGleiche Augen sammeln, schnell gespielt
Sechs Dinge, die für jedes davon gelten
Diese Punkte stehen vorher fest. Ein Spiel, das einen davon bricht, wird nicht gebaut — auch wenn es sich damit besser finanzieren ließe.
Im Zug, im Keller, im Flugzeug. Ein Kartenspiel hat keinen Grund, eine Verbindung zu brauchen.
Kein Name, keine E-Mail-Adresse, kein Geburtsdatum. Aufmachen und spielen.
Keine Filme zwischen den Zügen, kein Knopf, der eine zweite Chance gegen ein Video verkauft. Wie Aerona Geld verdient, steht an anderer Stelle — nicht hier.
Wo es Sinn ergibt, spielen zwei Menschen abwechselnd auf demselben Bildschirm. So wurden diese Spiele immer gespielt.
Kein Ladebalken, kein Vorspann, kein Hinweis auf ein anderes Spiel. Wer aufmacht, will spielen.
Ein unterbrochenes Spiel liegt auf dem Gerät, nicht auf einem Server. Niemand zählt mit, wie oft jemand spielt oder verliert.
Sie gehören zum Betriebssystem
Diese Spiele werden keine Anwendungen, die man sich irgendwo holt. Sie kommen mit AetherOS, so wie eine Uhr und ein Taschenrechner mitkommen. Wer das System hat, hat die Spiele.
Gemeint sind Programme auf dem Bildschirm. Aerona stellt keine Spielkartons her, druckt keine Karten und verkauft nichts, was man in die Hand nehmen kann.
Kein Laden, kein Herunterladen, keine Suche nach der Fassung ohne Werbung. Sie sind da, wenn das System da ist.
Sie sind Teil des Systems und werden nicht einzeln verkauft. Es gibt keine Fassung mit mehr Spielen und keine, die ohne Werbung Geld kostet — weil es die Werbung gar nicht erst gibt.
Was für AetherOS gilt, gilt auch hier: Daten bleiben auf dem Gerät, nichts wird nach außen gemeldet. Ein Spiel ist keine Ausnahme, nur weil es klein ist.
Mitgeliefert heißt nicht festgeschraubt. Jedes Spiel lässt sich entfernen, und zwar wirklich — nicht nur vom Bildschirm nehmen, während es weiter Platz belegt.
Ein Betriebssystem, das ein Kartenspiel mitbringt, ist nichts Neues. Neu wäre eines, das dabei nichts von einem will.
Warum manches hier anders heißt
Die meisten dieser Spiele sind uralt und gehören niemandem. Mühle wurde im römischen Reich gespielt, Backgammon ist rund fünftausend Jahre alt, Dame und Schach sind Jahrhunderte alt. Die Regeln darf jeder benutzen.
Anders ist es bei den Namen. Manche gehören einem Verlag als eingetragene Marke, auch wenn das Spiel selbst frei ist. Deshalb heißen ein paar Einträge auf dieser Liste anders, als man sie aus dem Regal kennt.
Ein anderer Name ändert nichts am Spiel. Er verhindert nur, dass jemand einen Brief von einem Anwalt bekommt.
Was diese Spiele nicht werden
Vieles davon würde die Spiele erfolgreicher machen. Genau deshalb steht es hier.
Kein Zähler, der meldet, dass man den siebten Tag in Folge gespielt hat — und dass die Serie reißt, wenn man heute aufhört. Das ist keine Belohnung, das ist eine Leine.
Keine Hinweise, keine zusätzlichen Züge, keine anderen Kartenrücken gegen Geld. Ein Spiel, das man gewinnen kann, indem man bezahlt, ist kein Spiel mehr.
Gegen jemanden am anderen Ende der Welt zu spielen bräuchte Server, Konten und jemanden, der sich um Beleidigungen kümmert. Das ist ein eigenes Vorhaben, kein Beiwerk.
Ein Kartenspiel braucht keine gerenderten Hände, die Karten umblättern. Es braucht Karten, die man lesen kann, auch auf einem kleinen Bildschirm.
Nichts davon gibt es
Kein einziges dieser Spiele ist gebaut. Es gibt keinen Beginn, kein Datum und keine Reihenfolge. Diese Seite ist eine Absichtserklärung und sonst nichts.
Zuerst muss das Betriebssystem so weit sein, dass Programme darauf laufen. Solange das nicht steht, wäre ein Kartenspiel eine hübsche Ablenkung von der eigentlichen Arbeit.
Was man dazu sagen kann
„Solche Spiele gibt es doch schon tausendfach."
Stimmt. Was es selten gibt, ist eines ohne Werbung, ohne Konto und ohne Zählwerk — und das in zehn Jahren noch da ist, weil es niemandem gehört, der es einstellen könnte. Der Unterschied liegt nicht im Spiel, sondern in allem drumherum.
„Ohne Gegner aus dem Netz ist das doch langweilig."
Für manche ja. Diese Spiele sind für die Wartezeit beim Arzt, für den Zug und für zwei Menschen auf einem Sofa. Wer ein Turnier sucht, ist hier falsch — und das ist keine Absage, sondern eine Beschreibung.
„Warum umsonst? Wo ist der Haken?"
Es gibt keinen. Die Spiele sind Teil von Aerona und werden nicht einzeln verkauft. Womit Aerona sein Geld verdienen soll, steht auf einer eigenen Seite — es hat mit diesen Spielen nichts zu tun.
„Wann kommt das?"
Kein Datum. Wer heute eines nennt, rät. Was zuerst gebaut wird, entscheidet sich daran, was gebraucht wird — und ein Kartenspiel steht hinter einem Betriebssystem, das noch nicht fertig ist.
Warum ausgerechnet Spiele
Weil sich an ihnen am schnellsten zeigt, wie jemand über Menschen denkt. Ein Solitär mit Werbefilm nach jeder Partie sagt: Deine Zeit gehört mir. Ein Solitär, das aufgeht und nichts will, sagt das Gegenteil. Beide sind dasselbe Spiel.